von Cornelia Seng

Eine der ersten Aktionen von „Willkommen in Wermelskirchen“ war die Einrichtung des Möbellagers. Bei Umzügen oder Wohnungsauflösungen sind häufig gut erhaltene Möbel übrig. Viel zu schade für den Sperrmüll. Die werden von dem Team um Alfred Seidel begutachtet, abgeholt, im Möbellager ansehnlich aufgestellt und dann geflüchteten Neubürgern zur Verfügung gestellt.  Nur in seltenen Fällen finden die gespendeten Möbel ohne „Zwischenlagerung“ ihren Abnehmer. image

Die Wermelskirchener sind froh, dass ihre Möbel noch Verwendung finden und viele Neubürger können sich so ein neues Zuhause einrichten.

Das Prinzip ist einfach und ein großer Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der Sperrmüll wird reduziert. Ein Lichtblick in unserer „Wegwerfgesellschaft“.

Mindestens genauso wichtig ist aber die mitmenschliche Botschaft, die dahinter steht: In Wermelskirchen helfen wir uns untereinander, wir lassen niemanden im Regen stehen. Flüchtlinge sind uns willkommen. Wir helfen uns gegenseitig mit Fantasie und großem ehrenamtlichen Engagement.  (Jedem Neubürger und übrigens auch jedem bedürftigen Einheimischen.)

Natürlich stellen wir keine Rechnungen aus. Es geht ja letzlich nicht um Geld.

Mitgefühl ist nun mal nicht mit Geld zu bezahlen.

Doch diese Absicht den neuen Mitbürgern zu vermitteln, ist nicht einfach. Ehremamtliches Engagement ist in den Länder der Flüchtlinge nahezu unbekannt. Bestenfalls hilft man sich in der Familie, aber nicht in der Gesellschaft. Deshalb bleibt häufig  Unsicherheit und Unverständnis. Und wir wünschten uns Wertschätzung auf irgendeine Art und Weise.

Wie vermitteln wir den Sinn hinter diesem Engagement? Wie bringen wir rüber, dass es Sinn macht, füreinander einzustehen?

Wie kann man zeigen, dass man verstanden hat, worum es „Willkommen in Wermelskirchen“ geht?

Der beste Weg wäre es, im Möbellager mitzuhelfen, oder sich sonstwo einzubringen. Ehrenamtlich. Einfach so. Für ein gelingendes Miteinander von Geflüchteten und Einheimischen.

Der zweitbeste Weg ist eine Geldspende, im Rahmen der Möglichkeiten. Denn das Möbellager kann nur durch Spenden aufrechterhalten werden.

Jeder kann sich beteiligen. Niemand wird zum Almosenempfänger degradiert.

Und jeder kann auf seine Weise deutlich machen, dass er den Sinn verstanden hat und das Prinzip mitträgt: Wir heißen Flüchtlinge, woher sie auch kommen und warum sie auch hier sind, willkommen in unserer Stadt. Wir arbeiten gemeinsam an einem gelingenden Miteinander. Das ist die einzige Alternative für Deutschland. Dafür stehen wir ein.

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