Wkiwk beim Ausbildungsbasar des Berufskollegs

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Nach dem Erlernen der deutschen Sprache ist die berufliche Qualifikation von großem Interesse für Menschen, die bei uns Fuß fassen wollen.

Der Ausbildungsbasar des Berufskollegs am Dienstag, dem 27.9. bietet eine gute Möglichkeit zur Orientierung! Ausbildungsberufe in der Region werden von den Firmen vorgestellt. Beratung findet direkt vor Ort in der Kattwinkelschen Fabrik, Kattwinkelstraße 2, statt.

In Absprache mit dem Berufskolleg besucht “Willkommen in Wermelskirchen”  ab 14.30 Uhr den Ausbildungsbasar. Dieser Termin ist extra für die über 20jährigen unter den Flüchtlingen gedacht, die keine Aufnahme in einer Klasse des Berufskollges mehr gefunden haben. Mentoren und Mentorinnen sind zur Begleitung herzlich willkommen.

Bitte weisen Sie interessierte Flüchtlinge in Ihrer Umgebung auf diese gute Möglichkeit zur Information hin.

Wenn möglich,  melden Sie Ihren Besuch unter info@wkiwk.de kurz an.

 

Besuch aus Köln im Café International

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Am letzten Donnerstag hat Weihbischof Ansgar Puff das Café International besucht.

Er macht zur Zeit eine zweiwöchige Visitation in der katholischen Gemeinde Wermelskirchens.

Im Café gab es viele Begegnungen, intensive Gespräche und bleibende Eindrücke.

Von dem Abend berichtet Weihbischof Ansgar in seinem Video und betet für unsere neuen Nachbarn.

Möbellager ab 18. August wieder “in Betrieb”.

Am Ende der Sommerpause können die Mitarbeiter des Möbellagers eine arbeitsreiche Zwischenbilanz ziehen: Die Elektrifizierung der Halle wurde fast fertiggestellt, so dass vor allem im Winter die Beleuchtung nicht mehr das Problem ist. Gleichzeitig konnte ein abgetrennter Raum als Werkstatt hergerichtet werden, damit kleinere Reparaturen leichter durchgeführt werden können. Eine Büroecke für die schriftlichen Arbeiten runden die Projekte während der Sommerpause ab.

Team1aFür Mentoren hat das Möbellager wieder donnerstags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Porzellanladen hat seine Öffnungszeiten wieder auf den Mittwoch gelegt, und zwar auch ab 15.00 Uhr.

Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung ist nach wie vor ungebrochen. Da es sich aber oft um Wohnungs-auflösungen handelt fehlt es an Elektro-Standgeräten wie Kühlschrank, Herd oder Waschmaschine. Ebenfalls haben wir immer Bedarf an Spülschränken sowie Einzelbetten.

Möbelspenden sollten ausschließlich über die Homepage unter dem Link „Aktiv helfen“ erfolgen.

Willkommen auch in den Sommerferien

Auch während der Sommerferien wird in unserer Initiative einiges mit und für die Menschen getan.

Hier ein kurzer Bericht von Jochen Bilstein zum Sprachunterricht in dieser Zeit.

Ferienkurs "Deutsch"

Ferienkurs “Deutsch”

Foto: Lerngruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Farsi sprechen

Wer freut sich nicht über 6 Wochen Sommerferien.

Für viele der in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge bedeutet diese Zeit aber eine erhebliche Unterbrechung des Sprachenlernens.

Das ist besonders am Anfang des Deutschunterrichts problematisch, weil das bisher Gelernte noch nicht so gefestigt ist und vieles davon über die Sommerwochen verloren geht.

In Remscheid hat die Stadtverwaltung mit Vereinen und Verbänden ein Sommerprogramm für die Neubürger aufgelegt.

Daran haben wir von Willkommen in Wermelskirchen für den Sprachunterricht angeknüpft.

Während der Ferien wurde und wird Unterricht an 2 Tagen, Dienstag und Donnerstag, in der Zeit von 10 – 12 Uhr angeboten.

Vor allem ehemalige Lehrer, die nicht mehr in den Ferien verreisen müssen, aber auch eine junge Studentin haben sich spontan bereiterklärt, den Ferienkurs zu betreuen.

In der Regel standen 5 Lehrkräfte zur Verfügung.

Die Kirchengemeinde hat uns die Schlüsselgewalt über das Gemeindezentrum übertragen.

In den Sprachgruppen der VHS und von „Willkommen in Wermelskirchen“ wurde das Angebot vor den Ferien bekanntgemacht.

In der Regel sind an jedem Unterrichtstag über 20 Teilnehmer anwesend, die meisten von ihnen Teilnehmer der Sprachkurse unserer Initiative und neue Lernwillige.

Auch zwei Jugendliche, die nach den Ferien am Berufskolleg und dem Gymnasium starten werden, sind dabei.

Die Menschen kommen vor allem aus Syrien, dem Irak und Iran, aus Afghanistan und Guinea.

Anspruchsvoll ist die Zuordnung der Teilnehmer in einzelne Lerngruppen, ein Vorgang, der an jedem Kurstag neu stattfinden muss, da die Fluktuation der Lernenden zum Teil recht hoch ist.

Hier würden wir uns mehr Kontinuität wünschen.

Keine Lerngruppe ist wirklich homogen, was den Sprachstatus und den Lernfortschritt anbelangt.

Binnendifferenzierung ist da immer erforderlich.

Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Aktion aber gezeigt, dass es im Interesse einer zügigen und nachhaltigen Integration der Flüchtlinge sinnvoll ist, lange Zeiten, in denen kein regulärer Sprachunterricht angeboten wird, mit freiwilligen Angeboten zu überbrücken.

Jochen Bilstein

“Der Glaube wagt den ersten Schritt”

Hallo zusammen,

in dieser Woche ist die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe erschienen. Mit unserem Engagement in Wermelskirchen sind wir also nicht alleine! Das ist sehr ermutigend!

In vielen Kommunen gibt es Initiativen wie unsere und das Engagement ist ungebrochen!
“Die Dimension des Engagements hat politische Wirkung gegen rechte Stimmungsmache”, heißt es in der Studie.
Eine gute Zusammenfassung der Studie gibt der Artikel von Matthias Kamann in der “Welt”:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article157479346/Was-Fluechtlingshelfer-schaffen-und-was-nicht.html

Ich habe in den Ferien an einer Fortbildung der “Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland” in Berlin teilgenommen und habe jetzt ein Zertifikat als “Freiwilligenkoordinatorin für Engagierte in der Arbeit mit Geflüchteten”. 😉

Wie viele Netzwerke und Seiten für die Arbeiten mit Geflüchteten es im Netz inzwischen gibt!
Darunter findet sich ein guter Hinweis zur Unterstützung auf Augenhöhe bei großen sprachlichen Problemen und kulturellen Unterschieden in folgendem Video:

Im Vergleich mit der Arbeit in anderen Städten ist mir noch einmal deutlich geworden, aus wie vielen unterschiedlichen Projekten insgesamt “Willkommen in Wermelskirchen” besteht.

Im Grunde ist “Willkommen in Wermelskirchen” nicht ein Projekt, sondern eine Grundhaltung. Es ist die Einstellung, Geflüchteten mit Freundlichkeit und Respekt entgegenzukommen, so wie es den Worten Jesu, unserer christlich-abendländischen Tradition und dem Grundgesetz entspricht.

Auch in dieser Woche war ich wieder überrascht über die vielen wohlwollenden Gespräche, in denen Menschen ihre Unterstützung ausgedrückt haben:

Angefangen von dem großen Einsatz vieler, auch neuer Mentoren, über einen in Wermelskirchen neuen, innovativen Unternehmer, der bewusst gerne Flüchtlinge anstellt, bis zu vielen Angeboten von Möbel-und Fahrradspenden.

Gut zu wissen, dass viele Menschen in unserem Land mit dieser Einstellung, Geflüchteten “Willkommen” zu sagen, unterwegs sind! Und auf der anderen Seite ist es verwunderlich, wie wenig die große Politik dieses Engagement wahrzunehmen scheint!

Wie sagte Martin Luther King: “Der Glaube wagt den ersten Schritt, auch wenn das Ende des Weges noch nicht erkennbar ist”. Und daran, dass der Weg richtig ist, gibt es kein Vertun!

Ich wünsche allen einen friedlichen und freundlichen Sonntag!
Mit herzlichem Gruß,
Cornelia Seng

Sommerfest “Willkommen in Wermelskirchen” Cafe International

Am gestrigen Donnerstag Abend fand im Café International der Flüchtlingsinitiative “Willkommen in Wermelskirchen” das öffentliche Sommerfest statt

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Viele Wermelskirchener, ob Neu- oder Altwermelskirchener, trafen sich zu Geflügelgrillwürstchen und selbstgemachten Leckereien

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Die internationalen Gespräche waren wie immer sehr interessant und auch für die Kinder waren einige Spielmöglichkeiten aufgebaut

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Auch für die Arbeit der Flüchtlingshelfer fand sich zwischendurch ein Moment Zeit

Die Initiative kann auch immer noch weitere Helfer gebrauchen

4. Gesamttreffen von Willkommen in Wermelskirchen am 4.7.2016

Bestimmt 150 Personen sind am Montag Abend der Einladung zum  4. Treffen der Initiative in das Ev. Gemeindehaus Markt gefolgt.

Cornelia Seng machte in einer kurzen Ansprache deutlich, was “Willkommenskultur” bedeutet und wofür die Initiative steht.  (Wortlaut siehe unten)

Anschließend wurde in kurzen Berichten die Arbeit vorgestellt. Reinald Rüsing und Elke Mielke berichteten über das große Engagement in Dhünn und Dabringhausen rund um die Erstaufnahmeeinrichtungen in den Mehrzweckhallen.

Ursula Nicola-Hesse ermutigte zum Mentoring. Auch begrenzte Aufgaben in der Begleitung einer Flüchtlingsfamilie sind möglich. Wichtig ist, dass möglichst viele Kontakte zwischen alten und neuen Nachbarn entstehen.

Bei den Sprachkursen wird jeweils im Team unterrichtet, so dass für niemanden die Aufgabe zu groß wird.

Wer gerne mit Kindern arbeitet, ist im Team der Lernpaten an der Schwanenschule willkommen. Für das nächste Schuljahr wird Unterstützung gebraucht.

Von dem neusten Projekt der Initiative berichtete Bijan Golabi: In der Luisenstraße soll eine Fahrradwerkstatt entstehen. Gemeinsam Fahrräder zu reparieren und flott zu machen ist das Ziel. Hier werden handwerklich geschickte Leute noch dringend gesucht.

Überhaupt war viel von Gemeinsamkeit zu spüren an diesem Abend: Auch die “neuen Nachbarn” waren zahlreich vertreten. Miteinander zu leben in der Vielfalt der Sprachen und Kulturen, das ist das Ziel der Initiative.

Am Ende des Treffens musste Dr. Housam Darwish verabschiedet werden. Er hat seit Oktober vergangenen Jahres als Mentor im Sozialamt gearbeitet. Mit seiner großen sprachlichen Kompetenz und seiner freundlichen Art hat er viele alte und neue Nachbarn zusammengebracht. Cornelia Seng dankte ihm herzlich für die  große Unterstützung, dem Anliegen der Initiative entsprechend Menschen in Wermelskirchen willkommen zu heißen. Dr. Darwish wird eine Forschungsaufgabe an der Universität in Köln übernehmen. Wir lassen ihn nur ungern ziehen! (Auch seine Dankesrede finden Sie unten.)

Wofür wir stehen: Willkommenskultur in Wermelskirchen

(Ansprache von Cornelia Seng)

Herzlich Willkommen heute Abend!

Es ist das erste „große“ Treffen in diesem Jahr. Wir haben viel gearbeitet und vieles miteinander erlebt. Wie es seit Oktober 2014 geworden ist, soll heute Abend vorgestellt werden, anhand des neuen Flyers und in persönlichen Berichten.

Am Beginn der Initiative standen Worte der Bibel, die Christen ermutigen, sich der Fremden anzunehmen. Jesus sagt: “Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.” (Matthäus 25,35)

Damals waren wir uns schnell einig, dass das Motto „Willkommen in Wermelskirchen“ am besten ausdrückt, wofür wir stehen.

Damals sprach man von einer „Willkommenskultur“ in Deutschland. Am Hauptbahnhof in München wurden Flüchtlinge mit Fähnchen und Wasserflaschen begrüßt.

Das ist mehr als ein Jahr her. Was ist in unserem Land davon geblieben?

In den letzten Monaten ist viel von der Angst vor Überfremdung die Rede. Europa baut Zäune, Europa schließt Verträge mit der Türkei aus Angst vor zu hohen Zuwanderungszahlen.
Politiker haben Angst vor der Stimmungsmache mit Fremdenfeindlichkeit.

Aber ist das wirklich so, dass die meisten Menschen hier diese Abschottung und Abschiebung wollen?
Bringt das etwas, vor dem Elend und der Not vieler Menschen in der Welt einfach die Augen zu zu machen?
Gibt es nicht immer noch ganz viele Menschen in unserem Land, die mit uns in der Zuwanderung eine große humanitäre Aufgabe sehen und zuversichtlich „Willkommen“ sagen?

Aber was meinen wir, wenn wir „Willkommen in Wermelskirchen“ sagen? Was besagt der Begriff von der „Willkommenskultur“?

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Vor ein paar Wochen war ich in den USA. Zu einem Treffen von Pfarrern und Pfarrerinnen im Bundesstaat Wisconsin, nordwestlich von Chicago.
Das Wochenende habe ich in einer Gemeinde der United Church of Christ in einer kleinen Stadt verbracht. Im Gottesdienst am Sonntag sollte ich mich vorstellen und über unsere Flüchtlingsarbeit berichten. Die Amerikaner beobachten sehr genau, wie Europa mit den Flüchtlingen umgeht. „In unserer Gemeinde wählen viele Donald Trump“, warnte mich die Pfarrerin, bei der ich zu Gast war. Okay. – Ich habe von „Willkommen in Wermelskirchen“ berichtet. Und von den vielen bereichernden Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern. „We stand up for refugees“, habe ich gesagt. „To stand up for someone“ ist im Deutschen am besten zu übersetzen mit „für Flüchtlinge einstehen“, uns „vor“ sie stellen. – Das bedeutet für mich „Willkommenskultur“:

Wir nehmen Menschen, die in ihren Heimatländern unverschuldet in Not geraten sind, freundlich und respektvoll auf. Und lassen sie an unserem Leben teilnehmen.

„Willkommenskultur“ in diesem Sinne ist aber nicht nur ein innerchristliches Ding.
Sie ist eine Verpflichtung unseres Grundgesetzes.

Artikel 1 unseres Grundgesetzes lautet:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und dem bösen Geist der Nazi-Zeit war den Vätern und Müttern dieser Bundesrepublik das als unumstößliche Grundlage unseres Zusammenlebens wichtig.

Für Christen ist das einfach zu akzeptieren, „sonnenklar“: Die Würde jedes Menschen ist im Schöpfungsglauben begründet, jeder Mensch ist „geschaffen als Ebenbild Gottes“ (1.Mose 1,27).

Die Würde des Menschen lässt sich aber genauso gut humanistisch oder allgemein philosophisch begründen.

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Der ganze Artikel 1 des GG lautet aber:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

Aber Flüchtlinge und Asylsuchende erleben die neuen behördlichen Maßnahmen und politischen Regelungen oft als immer neue Hindernisse. Es werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt, die das Ankommen in einem normalen Leben in Deutschland behindern.

So erhalten z. B. nach dem neuen Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom 24. Oktober 2015 auch Menschen aus den Kriegsgebieten in Syrien und dem Irak nur noch „subsidiären Schutz“ statt einer Anerkennung, wie das bisher üblich war.

Ohne dass sich in dieser Zeit am Krieg in Syrien etwas geändert hat!

„Subsidiärer Schutz“ bedeutet unter anderem, dass der Familiennachzug in dieser Zeit ausgesetzt ist. Familienväter können ihre Familien nicht auf legalem Weg nachkommen lassen. Gerade Frauen mit kleinen Kindern sind im Kriegsgebiet zurückgeblieben. Wie sollen die jungen Väter ihr Leben hier in Deutschland aufnehmen, mit der Sorge um ihre Familien?

Damals, im Sommer 2015, hat selbst die Kanzlerin gesagt, Dublin III sei gescheitert. Dublin III ist die europäische Regelung, nach der ein Asylbewerber in dem Land der EU bis zum Abschluss seines Asylverfahrens bleiben muss, das er zuerst betreten hat. Dass das nicht funktionieren kann, weil Griechenland und Italien alleine damit völlig überfordert sind, leuchtet jedem sofort ein.
Trotzdem bekommen viele Menschen gerade in der letzten Zeit den Bescheid über die Ablehnung ihres Asylverfahrens hier in Deutschland, weil sie in Italien oder Ungarn schon registriert seien. Gerade Italien und Ungarn nehmen aber gar keine Asylbewerber zurück. Warum sollten sie auch?
Die Uneinigkeit in der EU wird auf dem Rücken der Menschen ausgetragen. Das bedeutet Warten und Ungewissheit.

Aber Flüchtlinge und Asylsuchende erleben die neuen behördlichen Maßnahmen und politischen Regelungen oft als immer neue Hindernisse. Es werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt, die das Ankommen in einem normalen Leben in Deutschland behindern.

So erhalten z. B. nach dem neuen Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom 24. Oktober 2015 auch Menschen aus den Kriegsgebieten in Syrien und dem Irak nur noch „subsidiären Schutz“ statt einer Anerkennung, wie das bisher üblich war.

Ohne dass sich in dieser Zeit am Krieg in Syrien etwas geändert hat!

„Subsidiärer Schutz“ bedeutet unter anderem, dass der Familiennachzug in dieser Zeit ausgesetzt ist. Familienväter können ihre Familien nicht auf legalem Weg nachkommen lassen. Gerade Frauen mit kleinen Kindern sind im Kriegsgebiet zurückgeblieben. Wie sollen die jungen Väter ihr Leben hier in Deutschland aufnehmen, mit der Sorge um ihre Familien?

Damals, im Sommer 2015, hat selbst die Kanzlerin gesagt, Dublin III sei gescheitert. Dublin III ist die europäische Regelung, nach der ein Asylbewerber in dem Land der EU bis zum Abschluss seines Asylverfahrens bleiben muss, das er zuerst betreten hat. Dass das nicht funktionieren kann, weil Griechenland und Italien alleine damit völlig überfordert sind, leuchtet jedem sofort ein.
Trotzdem bekommen viele Menschen gerade in der letzten Zeit den Bescheid über die Ablehnung ihres Asylverfahrens hier in Deutschland, weil sie in Italien oder Ungarn schon registriert seien. Gerade Italien und Ungarn nehmen aber gar keine Asylbewerber zurück. Warum sollten sie auch?
Die Uneinigkeit in der EU wird auf dem Rücken der Menschen ausgetragen. Das bedeutet Warten und Ungewissheit.

Im Sinne der Willkommenskultur sagen wir:

Alle Menschen, die länger als ein halbes Jahr in Deutschland sind, sollten Zugang zu Sprachkursen und Arbeitsmöglichkeiten haben, die ihnen ein eigenständiges Leben ermöglichen und eine Zukunftsperspektive eröffnen.

„Angst macht blind.“ – „Angst ist ein schlechter Ratgeber.“ – Lehrer wissen: Angst verhindert das Lernen, weil Angst einschnürt, eng macht, einem den Atem nimmt.
Auch „Fremdenangst“ behindert das Leben, es kann sich nicht in all seinem Reichtum entfalten.

Wie bereichernd kann dagegen das freundliche aufeinander Zugehen sein!

Vor ein paar Wochen habe ich in einem Kreis älterer Frauen der Kirchengemeinde über „Willkommen in Wermelskirchen“ berichtet. Ich habe auch ein einige der jungen Flüchtlingsfrauen dazu eingeladen. „Die tragen ja Kopftuch“, haben zu Beginn die einheimischen Frauen besorgt geflüstert. Eine gute Stunde saß man sich am Tisch gegenüber, lächelte sich an. So gut es ging, wurden auch ein paar Worte gewechselt.
Vorige Woche habe ich eine unserer alten einheimischen Frauen in der Stadt getroffen. Sie strahlte über das ganze Gesicht. „Frau Seng, wenn die jungen Frauen mich jetzt auf der Straße sehen, winken die schon von Weitem und kommen und nehmen mich in den Arm. Das tut denen doch auch gut.“ Dass es ihr selber auch gut tut, war ihr anzusehen.

Diese bereichernde Erfahrung haben in dem vergangenen Jahr viele Menschen hier in Wermelskirchen gemacht.
Das freundliche Miteinander tut uns selber gut. Diese Vielfalt bereichert uns.

Das kann man erfahren, das kann man lernen. Miteinander zu leben tut gut. Wir Menschen sind dafür bestimmt, freundlich und respektvoll miteinander zu leben. Auch mit kulturellen Unterschieden.

Wir stehen zu einem freundlichen Miteinander in der Vielfalt der Kulturen.
Ein freundliches Miteinander in kultureller Vielfalt tut (uns) gut.

Paul Zulehner, ein katholischer Theologe aus Österreich, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Entängstigt euch! Die Flüchtlinge und das christliche Abendland“.
Er weist darauf hin, dass das Neue Testament in der Weihnachtsbotschaft beginnt mit der Aufforderung: „Fürchtet euch nicht!“

Ein anderer Spruch aus der Bibel lautet: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe vertreibt die Furcht.“ (1. Joh. 4,17)
Christen sind aufgerufen, das Leben zuversichtlich zu gestalten, entsprechend dem was Jesus gesagt hat.

Zu einer Willkommenskultur gibt es keine vernünftige Alternative!

Diese Zuwanderung ist bereichernd, wir sollten sie zuversichtlich gestalten.

Sie ist eine Bereicherung für das Miteinander in unserer Stadt. Die jungen Leute werden unserer Wirtschaft gut tun und der Überalterung unserer Gesellschaft entgegenwirken.

Übrigens: In Amerika, nach meiner kurzen Rede über „Willkommen in Wermelskirchen“ in der Gemeinde mit den „Trump-Wählern“, hat mir eine Frau spontan 500$ für unsere Arbeit in die Hand gedrückt. Auch in Amerika gibt es Menschen, die unser Anliegen mittragen!

Ich danke Ihnen allen.
Danke, dass wir hier in Wermelskirchen gemeinsam in diesem Sinne unterwegs sind!

Cornelia Seng

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Dankrede von Dr. Housamedden Darwish

Vor fast 2 Jahren bin ich mit meiner Frau in Deutschland angekommen. Wir waren nicht wirklich Menschen, wir waren nur Flüchtlinge, die nach Sicherheit suchten. Nach der Ankunft in Wermelskirchen, haben wir versucht, einen neuen Start oder ein neues Leben zu haben. Am Anfang, war das schwer und vielleicht ganz unmöglich, die Menschen in WK sahen sehr konservativ aus. Aber Schritt für Schritt, haben wir uns mit freundlichen Leuten getroffen: Reinhild Prinz, Harald Bergerhoff, Brigitte Krips … etc.

Aber der wirkliche Wendepunkt war die Geburt von dieser tollen Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“. „Thanks to dieser Initiative waren wir nicht mehr nur Flüchtlinge, die viel Hilfe brauchen, sondern wir waren auch Menschen, die Freunde und gleiche Partner sein können. Wir hatten die Chance nicht nur viel Hilfe zu bekommen, sondern hatten auch die Chance gute und normal soziale Beziehungen zu haben. Ich möchte hier eine kurze Geschichte erzählen: Nach unserem Umzug in eine Wohnung oder Haus, haben wir einen Brief bekommen. Ich möchte diesen Brief vorlesen, weil er den Geist von „WKIWK“ darstellt und von der Willkommenskultur zeugt:

Dear neighbors from Syria!
Welcome in our city Wermelskirchen. I hope you feel at home here.
If you have any questions or need anything you can feel free to contact me. My name is Lotte Vom stein and I live in Lindenweg 26. It is not so far away from you.
You don’t need to be afraid because I am willing to help you.
Your sincerely

Am Ende, möchte ich sagen dass die Willkommenskultur von wkiwk nicht nur super ist im willkommen heißen von  Flüchtlingen, sie ist auch super im danke sagen.
Wenn ich jemandem von dieser Initiative danke, sagt er oder sie normalerweise: „nichts zu danken“, aber für mich es gibt viel, viel zu danken. Dankeschön, dass ich mitmachen durfte in dieser fantastischen Initiative.

Ab Morgen versuche ich ein Kölner zu sein, aber ich werde für immer ein Wermelskirchener bleiben!

Einladung zum Gesamttreffen / Informationsabend am Montag, dem 4. Juli um 19 Uhr im Ev. Gemeindehaus Markt

“Seit es ‘Willkommen in Wermelskirchen’ gibt, weiß ich endlich, warum wir ‘die Kleinstadt mit Herz’ heißen”, sagte Frank Schopphoff kürzlich.

Um die Willkommenskultur in unserer Stadt soll es auch beim Informationsabend am Montag, dem 4. Juli gehen!

Der Abend beginnt um 19 Uhr im Ev. Gemeindehaus Markt.

Die Mehrzweckhallen in Dhünn und Dabringhausen als Erstaufnahmeeinrichtungen werden geschlossen, wie geht es weiter mit der Aufnahme von Flüchtlingen in unserer Stadt?

Der neue Flyer von WkiWk wird vorgestellt,  viele Mitarbeitende berichten über die Erfahrungen in ihrem Arbeitsbereich.

Was sollten wir Neues bedenken, damit neu Zugewanderte sich in unserer Stadt zu Hause fühlen können?

Auch wer sich erstmalig über die Arbeit informieren möchte, ist herzlich willkommen!

Die Erfahrung zeigt: “Willkommen in Wermelskirchen” zu sagen, bereichert nicht zuletzt uns alte Einheimische! Wollen Sie nicht auch mitmachen?