Der Duft frisch zubereiteter Spezialitäten aus Syrien, der Türkei, dem Irak, Guinea und der Ukraine lag am Samstag über dem Rathausplatz. Dazu erklangen Musik, fröhliche Gespräche in verschiedenen Sprachen und überall nutzten Menschen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Internationale Sommerfest der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Wermelskirchen“ zeigte einmal mehr, dass Integration vor allem durch Begegnung gelingt.
Um 11 Uhr redete Bürgermeister Bernd Hibst auf der Veranstaltung. Die Stadt Wermelskirchen sowie der Marketingverein „Wir in Wermelskirchen e.V.“ unterstützten das Fest mit der Bereitstellung von Zelten, Theken sowie Bierzeltgarnituren und trugen damit zum Gelingen der Veranstaltung bei.
An den liebevoll gestalteten Ständen boten die neuen und mittlerweile längst heimisch gewordenen Wermelskirchenerinnen und Wermelskirchener landestypische Speisen aus ihren Herkunftsländern an. Zudem gab es noch frisches Popcorn, Henna Tattoos, eine Hüpfburg, eine Fotowand und Entchen angeln. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, neue Geschmacksrichtungen kennenzulernen und mit den Menschen hinter den Ständen ins Gespräch zu kommen. Genau diese Begegnungen sind es, die den Kern der Arbeit von „Willkommen in Wermelskirchen“ ausmachen.
Mit einem eigenen Stand präsentierte sich erstmals auch öffentlich die Fahrradwerkstatt der Initiative, welche in der Luisenstraße 12 ansässig ist. Die Ehrenamtlichen informierten über ihr Angebot, bei dem Fahrräder repariert und instand gesetzt werden. Gleichzeitig warben sie um Fahrradspenden, die nach einer fachgerechten Überarbeitung kostenlos an bedürftige Menschen und Geflüchtete weitergegeben werden. Der Bedarf an gespendeten Kinderrädern ist hier am größten. Die Fahrradwerkstatt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und unterstützt Menschen dabei, im Alltag unabhängig unterwegs zu sein.
Seit vielen Jahren engagieren sich die Ehrenamtlichen der Initiative dafür, Menschen, die nach Wermelskirchen geflüchtet sind, beim Ankommen zu unterstützen. Dabei geht es längst nicht nur um praktische Hilfe, sondern vor allem darum, Kontakte zu knüpfen und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Wo Menschen einander begegnen, entstehen Vertrauen und Freundschaften – und Vorurteile verlieren an Bedeutung.
Wie erfolgreich diese Integrationsarbeit ist, zeigte Dorothea Hoffrogge im Gespräch mit Forum Wermelskirchen auf. Viele der Menschen, die einst ohne Perspektive und ohne soziale Kontakte nach Wermelskirchen kamen, seien heute fester Bestandteil der Stadtgesellschaft. Einige hätten sich als Friseurmeister, Kfz-Meister, Elektrotechnikmeister oder Schneiderinnen selbstständig gemacht und beschäftigten teilweise sogar eigene Mitarbeiter.
„Die Menschen kamen aus einer äußerst unsicheren Situation ohne jegliche Perspektive und Kontakte und haben es dennoch geschafft, sich auf eigene Füße zu stellen“, sagte Hoffrogge gegenüber Forum Wermelskirchen.
Das Internationale Sommerfest machte deutlich, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Sie lebt vom Miteinander, vom gegenseitigen Kennenlernen und vom Engagement vieler Ehrenamtlicher. Das Fest war deshalb weit mehr als eine Veranstaltung mit internationaler Küche – es war ein sichtbares Zeichen dafür, wie aus Fremden Nachbarn und aus Nachbarn Freunde werden können.
Fotostrecke: Impressionen vom Internationalen Sommerfest finden Sie in unserer Bildergalerie unter diesem Beitrag.

















