VON JOCHEN BILSTEIN

Die FAZ veröffentlichte gestern einen Artikel der französischen Tageszeitung „Liberation“. Angesichts der Corona Pandemie, deren Folgen zu Recht die Medien und die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger beherrschen, gerät das Elend der Flüchtlinge, für die Europa das „rettende Ufer“ ist, aus dem Blick. „Liberation“ erinnert daran, dass hinter den im Ärmelkanal ertrunkenen Migranten Individuen stehen:

„Er hieß Husain, war 24 Jahre alt, kam aus Afghanistan und träumte davon, lange Spaziergänge auf englischen Feldern zu machen, ohne Angst um seine Sicherheit haben zu müssen. Er ist am 24.November im Ärmelkanal gestorben. Sie hieß Maryam. Auch sie war 24 Jahre alt. Sie kam aus dem irakischen Teil Kurdistans und hatte zusammen mit ihrem Geliebten das Projekt, ein Nagel- und Haarstudio auf der anderen Seite des Ärmelkanals zu eröffnen. Sie verlor im gleichen Schlauchboot ihr Leben …

Wer sie waren? Woher sie kamen? Wovor sie flohen? Was waren ihre Träume? Was waren ihre Wünsche?

Es ist wichtig, die Männer, Frauen und Kinder zu würdigen, die entschieden haben, (…) das Risiko in Kauf zu nehmen. Der Ärmelkanal ist das Grab ihrer Hoffnungen.“

Beitagsfoto © Gerhard Lipold (Pexels)